Der Therapiekoffer 2

- 40 x 32 x 14 cm
- Fichte massiv
- Gewicht mit Inhalt: 5,7 kg
- inkl. Stoffbeutel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dramadreieck
Retter · Opfer · Verfolger

Diese Materialien sind Teil einer Reihe von Therapiematerialien.

Das Zubehör
Neben dem Arbeitsbrett gehören sieben Figuren (männliche und weibliche Erwachsene, sowie Kinder und ein Säugling), außerdem je drei Symbole für folgende  Ressourcen:
                      Herz: Liebe
                      Krone: Macht (Status)
                      Hand: Dienst
Buch: Information
Geldstück: Geld
Supermarkt: Materielle Güter
Es gilt dabei festzustellen, welche Ressource mehr und welche weniger personengebunden ist (Liebe am meisten, materielle Güter am wenigsten).
Ähnlich wie beim Beziehungsdreieck (siehe Praxistipp Beziehungsdreieck) spielen sich die Vorgänge auf der Wirklichkeit eines geschlossenen Familiensystems ab. Die Vorgänge sind einfach, fast simpel, wenn sie mit den Rollen durchschaut werden. Verwirrend wirken sie, solange deren Logik nicht nachvollzogen werden kann.
Allen gemeinsam ist, lebt eine Familie nach den Spielregeln des Systems, dass kein Mitglied ausbrechen kann. Veränderungen vollziehen sie lediglich durch einen Wechsel der Rollen oder den Tausch von den Ressourcen (meinst Liebe und Macht). Sie Tauschen diese Ressourcen, sind aber nicht in der Lage sie zu vermehren. Denkbar ist auch, dass eine Kombination von Tausch der Rollen und von Ressourcen erfolgt.
Sie können sich nicht konstruktiv verhalten.
Sie sind unfähig, ihr Bedürfnis nach Wandel und Wachstum zu erfüllen
(in der Regel auch nicht ohne Hilfe zu erkennen oder zu benennen).
Je machtloser oder besitzloser sich ein Beteiligter fühlt, um so geringer ist einerseits Angst und um so größer andererseits das Streben nach Macht und Besitz (Status und Liebe).Das erleben sie als Dynamik. Das Ziel, ein Gleichgewicht zu erreichen, bleibt unverändert bestehen.

Wird diese Intervention (Arbeit mit dem Dramadreieck auf dem Arbeitsbrett) an realen Beispielen durchgearbeitet, so kommt erstaunlich schnell Licht in das Dunkel.

Der Retter ist "Schlichter", "Familiendoktor", er ist selbstlos, großzügig. Was hat der Retter (oft die weibliche Rolle) von seiner Rolle?
Der Retter hilft anderen auf seine Kosten. Warum?
Rettungsaktion kann für den Retter und Geretteten (Opfer) zugleich verletzend sein.
Der Retter will sich in eine überlegene Position bringen und braucht
dafür das unterlegene Opfer.
Der Retter muss die andere Person in eine unterlegene Position manövrieren
oder sie muss sich auch aus eigener Sicht darin befinden.
Warum will das Opfer möglicherweise in seiner Rolle bleiben und nicht gerettet werden?
Täuscht das Opfer vor, gerettet werden zu wollen, um so vom Retter
Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten?
Fazit: Der Retter bezieht Liebe vom Opfer, das sich seinerseits selbst Liebe entzieht.

Der Verfolger ist "Zerstörer", "Schikanierer", "Familienrichter". Was hat der Verfolger (oft die männliche Rolle) von seiner Rolle?
Er übt ein Richteramt aus, in dem er bestimmt, was richtig - falsch, gut - böse, anständig, unanständig und so weiter ist.
Er legt in dieser Rolle die Strafen für falsches, böses, unanständiges Verhalten fest.
Persönlichkeitstyp "Schikanierer". Als Richter Bedürfnis nach Kontrolle. Oft recht-fertigt er seine Handlung, die aus seiner Sicht ja richtig, gut, anständig ist.
Die Verfolgerrolle ergibt sich oft aus einer misslungenen Retterrolle. Dem Retter misslingt die Rettungsaktion, es entsteht Ärger, auch Angst, er ist enttäuscht und wird zum Verfolger. Gedanken und Fragen: "Warum lässt Du dich nicht retten? Du bist doch schwach. Du nimmst mir meinen Status, den ich doch nur durch Dich erhalten oder verbessern kann. Wie kommst Du dazu, Dir diese Macht herauszunehmen?"
Wird das Opfer vom Retter gerettet, so erlebt es seine machtlose Position. Beim Opfer stellt sich Ärger ein, und es nimmt gegenüber dem Retter die Position des Verfolgers ein.
Fazit: Der Verfolger bezieht Status vom Opfer, das sich seinerseits Status entzieht.

Das Opfer ist Taktiker und hat die Fäden in der Hand. Was hat das Opfer von seiner Rolle?
Das Opfer ist auch "Sündenbock" und "Retter des Systems“.
Das Opfer steckt immer mit dem Retter oder Verfolger unter einer Decke.
Das wird jedoch von allen Beteiligten nicht offen ausgesprochen.
Die 0pferrolle ist möglicherweise bequem. Entscheidungen überlässt man anderen, Verantwortung muss nicht übernommen werden.
Das Opfer (z. B. Kind) ist relativ machtlos (z. B. in der Familie).
In der Machtlosigkeit steckt Macht. Das Opfer kann das System am
besten manipulieren und den Gewinn für sich nehmen.
Auf diesem Weg kann es soviel Macht gewinnen, dass es in die Rolle
des Verfolgers wechseln kann.
Die Macht kann sich auch in der Rolle Opfer - Sündenbock begründen,
da diese Rolle zum Schutz, Überleben und zur Erhaltung des pathologischen
Systems der Familie notwendig ist.
Fazit: Das Opfer entzieht sich selbst Liebe und Status und bezieht damit seinerseits Liebe und Status vom Verfolger und Retter.

Arbeitsbeispiel mit Liebe und Macht
Ziel ist der Ausstieg aus einem geschlossenen System. Dazu ist nötig, dass das System verstanden wird. Wählen Sie mit dem Klienten ein reales Beispiel aus und lassen Sie es ihn auf dem Arbeitsbrett spielen. Retter, Verfolger, Opfer haben je ein Herz und eine Krone.
Dieses Beispiel dient dazu zu erleben, dass die beiden Ressourcen nicht vermehrt, sondern lediglich getauscht werden. Dabei wird auch deutlich, dass nach mehreren Tauschvorgängen immer wieder ein Gleichgewicht, jedoch keine Lösung erzielt wird. Das Spiel beginnt von vorne.
Der Retter (FRAU) will das Opfer (KIND) retten. Dafür wollen beide was haben. Der Retter bietet Herz (Liebe) an. Das Opfer tauscht das Herz gegen Krone (Macht) ein. Keiner ist zufrieden, jedem fehlt etwas. Zusätzlich mischt sich der Verfolger (MANN) ein. Er wird dem Retter jetzt ein Herz (Liebe) anbieten, um dafür eine Krone (Macht) zu erhalten. Was macht das Opfer? Es wird Macht verlangen und diese vermutlich in dieser Phase nur vom Verfolger erhalten. Es wird auf geeignete Weise mit ihm in Beziehung treten, um eine Krone gegen ein Herz zu tauschen. Das der Familie eigene Gleichgewicht ist wieder hergestellt, eine konstruktive Lösung nicht gefunden. Sie werden von vorne beginnen, und erneut wird es wie vorher beschrieben enden.
Ist die Situation für den Klienten ausreichend geklärt, kann die Arbeit darüber beginnen, wie er aus dem System aussteigen kann.

 

Beziehungsdreieck oder "Wo ist mein Platz?"

 

 

 

 

 

 

 

Geschlossene Familiensysteme

Viele Klienten haben von Kindheit an erlebt, wie sie und andere Familienmitglieder (auch über die Herkunftsfamilie hinaus) in Konfliktsituationen ausgeschlossen, als Trostpflaster benutzt oder in perverse Koalitionen einbezogen wurden. Die Betroffenen sitzen zwischen zwei Stühlen. Sie haben sich diese Art des Umgangs mit Konflikten zu eigen gemacht, handeln so, wie sie es in der Familie gelernt haben. Das bedeutet
- Flucht vor angemessenen Lösungsversuchen,
- Leben mit häufigen Grenzverletzungen und
Missbrauch*,
- Wechselbäder zwischen geliebten Personen
- "Wie ich auch entscheide, es ist immer
falsch."
Da diese Koalitionen so selbstverständlich, alltäglich geworden sind, werden sie nicht durchschaut und selbst in neuen Beziehungen gelebt.
Ähnlich verhält es sich in diesen Familien (oder Gruppen) mit der paradoxen Anwendung von Macht, in dem die Rollen "Retter-Verfolger-Opfer" in einem Dramadreieck (nach Karpman) ausgetragen werden (siehe Praxistipps Dramadreieck).
Mit dem entsprechenden Zubehör lässt sich dies auf dem Arbeitsbrett an erlebten Situationen durchschaubar machen.
Beide Verhaltensweisen finden auch im Umgang mit späteren sozialen Bezügen (Schule, Arbeit, Freizeit) Anwendung.

Gestaltung

Beziehungsdreieck: Auf einem Holzbrett befindet sich ein großes Dreieck. Zum Beziehungsdreieck gehören sieben Figuren (männliche und weibliche Erwachsene, sowie Kinder und ein Säugling).
Ferner gehört dazu: Eine Mauer als Symbol für Ausschluss, ein Symbol für Konflikt ("Blitz") und ein doppelseitiger Pfeil für Beziehungen.

Technik und Einsatz in der Therapie. Der Klient stellt erlebte Situationen nach, in dem er zuerst die beteiligten Personen aufstellt. Danach erfolgt die Aufstellung der Symbole.
"Blitz": Der Klient bringt den "Blitz" in Position und beschreibt den Konflikt und das Verhalten aller beteiligten Personen. Welche Rolle ist beispielsweise dem Kind zugedacht worden?
Mauer: Als nächstes wird die Mauer aufgestellt. Welches Elternteil baute die Mauer zwischen Kind und dem anderen Elternteil? Der Klient stellt die Mauer an die entsprechende Stelle. Wie verhält sich der / die Ausgeschlossene?
Pfeil: Nun stellt der Klient den Pfeil zwischen die Personen. Zwischen welchen beiden Personen wird die Koalition geschlossen?
Wie wurde das ganz genau und praktisch vollzogen?
Wer machte was? Wer sagte was?
Oft ist es für den Klienten schwer, ein Beispiel relativ angstfrei aus seiner Geschichte darzu- stellen. Daher ist es in dieser Situation sinnvoll, ein oder mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zu wählen.
Werden diese Situationen mit Hilfe des Therapiematerials nachvollzogen und verstanden, dann lassen sie sich recht gut in Rollenspielen nachstellen. Neben diesem Verständnis ist es jedoch entscheidend, dass die Herkunft dieses Verhaltens deutlich wird. Daher sollen nach und nach Erlebnisse aus der Kindheit gefunden und wie beschrieben bearbeitet und mit dem Verhalten in der Gegenwart verglichen werden.

Es gilt zu sehen, dass mit dem Älterwerden des Klienten, je nach Situation alle Rollen des Dreiecks beherrscht werden. Das sind:
- Der Mächtige
- Der Missbrauchte*
- Der Ausgeschlossene In der Regel gibt es zwei Einstiegsmöglichkeiten in die Arbeit.
Der Klient verhält sich entsprechend in der Gegenwart, und sein Verhalten wird ihm durch die Arbeit mit dem Beziehungsdreieck deutlich.
Der Klient will das Verhalten der Eltern verstehen. Ihm wird dies durch die Arbeit mit dem Beziehungsdreieck deutlich, und er kann seine Rolle in dem System erkennen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Der Mann wird von seiner Frau als Schwächling dargestellt. Der Mann inszeniert einen Streit, in dem er der Frau dramatisch vor Augen hält, dass unter dem Streit letztlich das 2jährige Kind leide.
Für einen Moment ist die Frau dadurch auf dem Rückzug. Genau diesen Moment nutz der Mann, um mit dem Kind eine Koalition gegen die Mutter einzugehen. Er schläft nun nicht mit seiner Frau in einem Bett, sondern mit dem Kind.
Die Frau will beide zurückgewinnen. Das ist in diesem System nur möglich, wenn sie sich unterwirft. Das Kind genießt in gewisser Weise die Zuwendung durch den Vater und erfährt gleichzeitig einen Missbrauch, da sie lediglich Mittel zum Zweck ist.
Die Zuwendung ist in diesem System aber nur zu erhalten, wenn es mit dem Vater die Mutter ausschließt. Der Mann ist längerfristig nicht mit der Zuwendung durch das Kind zufrieden, muss es verstoßen, um die Zuwendung der Frau wieder herzustellen.
Eine Spirale ohne Ende, wenn man versucht sich vorzustellen, wie die Geschichte weitergeht.
So wird das Kind nun eine Inszenierung machen, um der Mächtige zu werden, um Zuwendung zu erhalten. Das ist nach dem gelernten System nur möglich, wenn es die Eltern spaltet.
Und so weiter.

Witz

Lösung innerhalb des geschlossenen Systems: „Abend für Abend sitzen wir vor dem Fernseher, nie gibt es Abwechslung", sagt die Frau zu ihrem Mann.
Er: "Du hast recht. Lass uns doch die Plätze tauschen."

*Missbrauch, der Missbrauchte: Hier ist nicht an erster Stelle oder ausschließlich sexueller Missbrauch gemeint.

 

Dornen, Federn, Gold, Sand, Scheiße, Steine, Watte im Holzkoffer oder "Innere Bilder nach außen kehren"

Bedeutung der Materialien

Dornen* stehen für unangenehme Gefühle wie Angst, Schuld, Trauer etc.. Auch Schmerz, Verletzung u. a. m. können die Dornen darstellen. Federn symbolisieren angenehme Gefühle wie Glück, Liebe und so weiter. Sie stehen z. B. auch für Geborgenheit, Wärme, Zärtlichkeit.
Gold: Alles, was mir wertvoll ist oder was ich mir wünsche.
Sand wird im Sinne von "Was mir durch die Finger rinnt, ich nicht festhalten kann" verwendet. Aber auch Wege, Strand und ähnliches wird damit dargestellt.
Scheiße**: Spricht für sich.
Steine stellen Härte, Kälte u. ä. m. dar. Sie sind auch Symbol für Schutz, Mauer, "mauern" und so weiter.
Watte: Nebel, was ich nicht greifen, nicht begreifen kann. "Da ist was, aber ich kann es nicht sehen, nicht spüren" ist ein Satz aus der Arbeit.
Achtung! Watte als Nebel kann auch benutzt werden, um den oben genannten Satz vorzutäuschen. Es hängt von Therapeuten ab, wieweit er dies in der Phase der Deutung aufdecken kann.

Diese Bedeutungen werden dem Klienten genannt. Auf weitere Erklärungen soll verzichtet werden. Der Klient darf die Bedeutungen im Sinne von Erweiterungen verändern. In der Regel nimmt er das so an.

Arbeitsfläche

Es soll möglichst auf dem Fußboden oder an einem möglichst niedrigen Tisch gearbeitet werden. Als Unterlage werden ausreichend viele weiße Papiere (DIN A 3) verwendet. So lassen sich die Materialien später problemlos vom Papier in die Stoffbeutel zurückbefördern.
Am Anfang liegen die weit geöffneten Stoffbeutel nebeneinander auf der Arbeitsfläche. Die Reihenfolge hat keine Bedeutung.

Zum Verlauf

Bevor das Bild vom Klienten gelegt wird, muss mit Hilfe des Therapeuten genau benannt sein, über welches Thema gearbeitet werden soll. Am besten wird eine Überschrift ("Schlagzeile") formuliert
Es soll entschieden sein, ob mit oder ohne Zeitbegrenzung gearbeitet wird. Erfahrungsgemäß ist eine Zeitvereinbarung von rund 20 Minuten sinnvoll. Letztlich muss aber der Verlauf zeigen, wie viel Zeit tatsächlich benötigt wird.

Wer diese Arbeit für sich alleine oder ohne therapeutische Begleitung tun will, der geht genau so vor.

Während der Arbeit soll der Klient ohne Einfluss anderer sein Bild legen. In dieser Phase wird nicht analysiert oder gedeutet, da sonst schnell intellektuell reagiert, die emotionale Einlassung und kreative Aktivität blockiert wird.
Der Klient soll während der Entstehung des Bildes nicht sprechen. Angemessen ist es, wenn der Therapeut sich in der Rolle des Unwissenden befindet. Hat der Klient das Bild fertig gelegt, so soll er das klar und deutlich aussprechen. Er erläutert nun dem Therapeuten (und der Gruppe) seine Arbeit. Danach sollen dem Klienten die Wahrnehmungen der Mitklienten und/oder des Therapeuten geschildert werden. Erst jetzt soll das gemeinsame Gespräch, die Deutung und Analyse beginnen. Dabei muss das Bild immer im Mittelpunkt stehen.
Werden während dieses Prozesses Veränderungen am Bild vorgenommen, so soll das Bild doch immer wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebracht werden.

Das Protokoll

Bevor die Arbeit vorübergehend oder vollständig beendet ist, wird ein Protokoll des Bildes angefertigt. Entweder zeichnet der Klient das Bild ab und beschriftet die einzelnen Materialien und ihre Bedeutung oder es wird ein Foto angefertigt und die Bedeutung der Materialien zusätzlich notiert.

Das Material in der Gruppenarbeit

Im beschriebenen Sinne können auch zwei, drei Personen oder eine Gruppe ein Bild zu einem vereinbarten Thema legen und entsprechend bearbeiten.

Genogramm und Straßen
Ist eine ausreichend große Genogrammskizze vorhanden, dann kann den darauf verzeichneten Personen entsprechendes Material zugeordnet werden.
Die Verwendung der Materialien für Straßen ist in dem dazugehörigen Faltblatt erläutert.

* Etwa 5 cm lange Stücke von Rosen, Brombeeren oder Stacheldraht. Brombeeren müssen nach einiger Zeit ersetzt werden, da sie austrocknen.
** Biologisches Katzenstreu

Arbeitsbeispiel

Die verschiedenen Materialien haben mich sehr angesprochen. Ich konnte sie mir sehr gut als Mittler vor allem für starke Gefühle vorstellen, die sich gerne im Nebel verstecken und mit Worten schwer zu greifen sind, weil sie vielleicht zu peinlich, zu schmerzlich oder zu widersprüchlich scheinen.

 

Mir ist die Beziehung zu meinem Vater in den Sinn gekommen, die für mich viele Facetten hat. Zuerst wollte ich meine eigene jetzige recht unabhängige Lebenssituation darstellen (auf der linken Seite), wobei die Steine für mich für wichtige Menschen stehen. In meinem jetzigen Leben gibt es Geborgenheit (Federn), manchmal auch Schmerz (Stacheldraht) und einen klar abgegrenzten privaten Raum für mich selbst (Sand). Auf einer Art Brücke in der Mitte finden gute Begegnungen (Gold) mit meinem Vater statt, die geprägt sind von Zuneigung (Federn) und gutem Austausch und Gesprächen (Steine), so wie ich es mir wünsche. Auf der linken Seite habe ich unterschiedliche Zustände zwischen uns dargestellt, die ich als belastend erlebe, wo eine gesunde Distanz fehlt, es zu Abhängigkeitsgefühlen und falschen Verantwortlichkeiten kommt, wo Kränkungen und starkes Harmoniebedürfnis einen guten unabhängigen wertschätzenden Kontakt verhindern.
Ich habe gemerkt, dass es mich berührt hat, meine Sehnsucht als persönliches Bild anderen zu zeigen und begreiflich machen zu können. Auf diese Weise von anderen wahrgenommen zu werden und dabei Wertschätzung zu erfahren in Bezug auf etwas, was ich vorher lieber verstecken wollte, hat mir Mut gemacht.
Im differenzierten durcharbeiten des Bildes ist unklares klarer geworden, konkrete Anregungen für neues Verhalten sind entstanden.

Annegret, 33 Jahre, Regensburg