Der Gefühlstern

- 40 cm Durchmesser
- Drehteller inkl. Stoffbeutel
- Gewicht 1,2kg

 

Entstehung und Absicht
Gefühle und Emotionen sind in allen therapeutischen Begegnungen ein zentraler Punkt und gleichzeitig Basis für Missverständnisse.
Oft fehlt eine g e m e i n s a m e Sprache.
Am Anfang versucht der Klient oft zu vermeiden, das Wort Gefühl überhaupt in den Mund zu nehmen. Dem folgt häufig eine Phase der Verwirrung der Gefühle.
Zu Missverständnissen trägt insbesondere bei, wenn Gedanken, Einschätzungen (z. B. Einsamkeit, Unsicherheit), Körpergefühle (z. B. Druck, Müdigkeit) oder physiologische Symptome (z. B. Erröten, Zittern) als Gefühle benannt werden.
Auf Grundlage vieler therapeutischer Begegnungen ist ein Stern entstanden, auf dem zehn Gefühle dargestellt sind. Damit wird kein Anspruch auf eine gültige Definition erhoben.

Erfahrungen:
• Eine gemeinsame Sprache wird überraschend schnell möglich.
• Der Gefühlstern eignet sich für Gruppen- und Einzelarbeit.
• Der Gebrauch ist altersunabhängig.

Der erste Gefühlstern entstand in der Arbeit mit drogenkranken Kindern und Jugendlichen im COME IN! (Therapiehilfe e.V., Hamburg). In dieser Fachklinik befinden sich die Klienten in 2jähriger stationärer Therapie.

Gestaltung und Absicht
Auf einer kreisförmigen Holzplatte (∅ 40 cm) ist ein Stern mit zehn verschiedenfarbigen Spitzen aufgedruckt. Folgende Begriffe sind darauf zu finden:
Angst - Ärger - Depression - Gelassenheit - Glück - Liebe - Scham - Schuld - Trauer - Wut

Für einige Gefühle ist eine Unterteilung mit kurzer Arbeitsanregung vorhanden, wie z.B. bei Angst: (Sorge > Furcht > Panik > Phobie): "Vor Verlust? Vor Angriff? Vor Verwirrung?"

In der Mitte des Sterns befinden zusätzlich die Begriffe Schlaraffenland und Hölle mit einer kurzen Beschreibung. Zweck: Nicht selten neigen Klienten dazu, entweder ganz oben oder ganz unten sein zu "müssen". Dass sich das Leben dazwischen abspielt, darf nicht wahrgenommen werden. Dieser Teil dient der Auseinandersetzung darüber, ob eine Entscheidung für das Schlaraffenland oder die Hölle letztlich nur dazu gebraucht wird, nichts zu verändern.

Zum Gebrauch
Immer dann, wenn sich Missverständnisse, Unklarheiten und Verwirrungen andeuten, kann der Stern zu Hilfe genommen werden. Diese Situationen entstehen vor allem dann, wenn Gedanken und Einschätzungen, Körpergefühle oder physiologische Symptome als Gefühl
benannt werden. Hier muss erst einmal eine Klärung herbeigeführt werden.
Dabei wird der Stern so lange benutzt, bis die gemeinsame Sprache hergestellt ist.
Mit Hilfe des Gefühlsterns gelingt das erstaunlich schnell. Ziel ist dabei immer, sagen und unterscheiden zu können:
Ich fühle ...
Ich denke ...
Ich spüre ...
Ich bewerte...
Das gilt nicht nur für den Beginn therapeutischer Auseinandersetzungen. Die Situation, wie sie oben beschrieben ist, wird in Abständen immer wieder auf der Tagesordnung stehen.
Verwirrung der Gefühle: Oft entstehen dann Schwierigkeiten, wenn Gefühle „verwechselt" werden. So wird z. B. Wut genannt, wenn Ärger gemeint ist, oder es wird Schuld gesagt, aber Scham ist gemeint. Wird in dieser Arbeitsphase zu wenig Geduld für eine Klärung aufgebracht, befinden sich Therapeut und Klient schnell auf der falschen Spur.
Die den einzelnen Gefühlen zugeordneten Unterteilungen und Arbeitsanregungen sollen für weitere Differenzierungen benutzt werden.
Beispiel bei Ärger und Angst: Geht es um Ärger, dann ist zu klären, ob es sich um "Ärger über sich selbst" oder "Ärger über andere" handelt. Erfahrungsgemäß wird häufig "Ärger über andere" gesagt, wenn es um "Ärger über sich selbst" geht.
Das Gefühl Angst hat immer mit der Fantasie zu tun, was sein könnte. Hilfreich ist es zu klären, ob es Angst vor Verlust, vor Angriff oder vor Verwirrung ist. Ist dies geklärt, kann erst über konkrete Dinge gearbeitet werden.
Die neun Zeilen zum Text Depression werden selten so aufmerksam oder vollständig gelesen, dass der eingebaute Fehler (7. und 8. Zeile) vom Klienten gefunden oder wahrgenommen wird. Der Inhalt der letzten Zeile „z. B. diesen langen Text lesen“ wird in diesem Falle bestätigt.
Bei starken Widerständen kann mit den Begriffen Schlaraffenland und Hölle und den dazugehörigen Definitionen gearbeitet werden.
Die Aufrechterhaltung der einen oder anderen Position dient der Möglichkeit, nichts verändern zu wollen, zu müssen. Allerdings muss das nicht immer der Hintergrund des Widerstandes sein.
Kombination mit "Dornen, Federn, Gold, Sand, Scheiße, Steine, Watte". In sehr schwierigen Phasen ist es hilfreich, wenn der Klient zusätzlich die genannten Materialien zur Klärungshilfe einzelnen Sternspitzen (Gefühlen) zu ordnet, bis es für ihn stimmig ist.
Siehe auch Therapiematerialien "Inseln der Gefühle, Eigenschaften und Lebensziele".